Korrekturhinweis (21.09.2026): Die Fassung dieses Artikels vom 25.04.2026 enthielt drei „reale Vergleichsrechnungen“ mit Amortisationszeiten von 6,5 bis 11 Jahren und Kapitalwerten von 13.500 bis 41.000 €, außerdem Eigenverbrauchsanteile von 25 bis 90 %, Investitionssummen, eine Faustregel zur Größe, einen „Sweet Spot“ beim Eigenverbrauch, Mehrpreise für eine Aufständerung und eine Angabe zu „Standard-Modulen“. Keine dieser Zahlen ließ sich mit unserem eigenen Rechner nachvollziehen oder war belegt; die Kapitalwerte lagen um ein Vielfaches über dem, was der Rechner ausgibt. Alle Zahlen unten stammen aus Abfragen unseres Rechners vom 21.09.2026.
Die kurze Antwort
Größer ist nicht automatisch besser. Für ein Süddach in Kassel (35° Neigung, geltende Einspeisevergütung, ohne Speicher) hat in unserem Rechner
- bei 3.000 kWh Jahresverbrauch die 5-kWp-Anlage den höchsten Kapitalwert (+1.005 €); die 10-kWp-Anlage kommt knapp unter null, die 15-kWp-Anlage auf −1.671 €,
- bei 4.500 kWh ebenfalls die 5-kWp-Anlage (+3.048 €), vor 8 kWp (+2.859 €), 10 kWp (+2.511 €) und 15 kWp (+1.248 €),
- bei 6.000 kWh die 8-kWp-Anlage (+5.009 €), knapp vor 10 kWp (+4.850 €) und 5 kWp (+4.809 €).
In den drei gerechneten Verbrauchsstufen gilt: Je höher der Verbrauch, desto größer darf die Anlage sein. Die 15-kWp-Anlage ist in allen drei Fällen die schwächste Wahl — aber nur unter unseren Preisannahmen und ohne Wärmepumpe oder E-Auto (siehe unten).
Die Rechnung für 16 Fälle
Kassel (34117), Süddach 35°, Szenario mit geltender Vergütung, Abfrage vom 21.09.2026:
| Anlage | Investition | Verbrauch | Eigenverbrauchsanteil | Autarkie | Amortisation | Kapitalwert 20 J. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 5 kWp | 8.500 € | 3.000 kWh | 21,7 % | 36,0 % | 12,6 J. | +1.005 € |
| 8 kWp | 12.100 € | 3.000 kWh | 14,8 % | 39,2 % | 13,5 J. | +428 € |
| 10 kWp | 14.500 € | 3.000 kWh | 12,2 % | 40,5 % | 13,9 J. | −98 € |
| 15 kWp | 20.000 € | 3.000 kWh | 8,5 % | 42,4 % | 15,0 J. | −1.671 € |
| 5 kWp | 8.500 € | 4.500 kWh | 29,5 % | 32,7 % | 10,7 J. | +3.048 € |
| 8 kWp | 12.100 € | 4.500 kWh | 20,6 % | 36,5 % | 11,5 J. | +2.859 € |
| 10 kWp | 14.500 € | 4.500 kWh | 17,2 % | 38,1 % | 12,0 J. | +2.511 € |
| 15 kWp | 20.000 € | 4.500 kWh | 12,2 % | 40,5 % | 13,1 J. | +1.248 € |
| 5 kWp | 8.500 € | 6.000 kWh | 36,2 % | 30,1 % | 9,4 J. | +4.809 € |
| 8 kWp | 12.100 € | 6.000 kWh | 25,7 % | 34,2 % | 10,2 J. | +5.009 € |
| 10 kWp | 14.500 € | 6.000 kWh | 21,7 % | 36,0 % | 10,7 J. | +4.850 € |
| 15 kWp | 20.000 € | 6.000 kWh | 15,6 % | 38,8 % | 11,8 J. | +3.931 € |
Mit 5-kWh-Speicher (800 € je kWh, Tausch im 13. Jahr zu 70 % des Preises) bei 4.500 kWh:
| Anlage | Investition | Eigenverbrauchsanteil | Autarkie | Amortisation | Kapitalwert 20 J. |
|---|---|---|---|---|---|
| 5 kWp + 5 kWh | 12.500 € | 54,2 % | 60,0 % | 11,0 J. | +2.576 € |
| 8 kWp + 5 kWh | 16.100 € | 37,8 % | 66,9 % | 11,3 J. | +3.036 € |
| 10 kWp + 5 kWh | 18.500 € | 31,5 % | 69,8 % | 11,6 J. | +2.964 € |
| 15 kWp + 5 kWh | 24.000 € | 22,4 % | 74,4 % | 13,6 J. | +2.211 € |
Mit Speicher verschiebt sich das Optimum also nach oben, auf 8 bis 10 kWp. Der beste Fall mit Speicher (+3.036 €) liegt allerdings praktisch gleichauf mit der 5-kWp-Anlage ohne Speicher (+3.048 €, 12 € Unterschied). Was der Speicher zuverlässig bringt, ist Autarkie; mehr dazu in Wann sich ein Batteriespeicher rechnet.
Der Kapitalwert ist die Summe aller Zahlungen über 20 Jahre, mit 4 % pro Jahr auf heute abgezinst, minus Investition. Die Amortisation ist das Jahr, in dem die aufsummierten Zahlungen die Investition erreichen. Für die Größenwahl ist der Kapitalwert die bessere Kennzahl, weil er auch zählt, was nach dem Break-even passiert. Beide Begriffe ausführlich: Amortisation berechnen.
Warum die zusätzlichen Kilowattpeak kaum etwas bringen
Ein Haushalt verbraucht seinen Strom zu einem großen Teil abends, nachts und im Winter — dann, wenn die Anlage wenig oder nichts liefert. Was mittags über den eigenen Bedarf hinausgeht, wird eingespeist. Daran ändert eine größere Anlage wenig:
| Kassel, 4.500 kWh, ohne Speicher | 5 kWp | 10 kWp | 15 kWp |
|---|---|---|---|
| Erzeugung im Jahr | 4.987 kWh | 9.974 kWh | 14.961 kWh |
| davon selbst genutzt | 1.470 kWh | 1.713 kWh | 1.823 kWh |
| zusätzlich selbst genutzt gegenüber der kleineren Anlage | — | +243 kWh | +110 kWh |
Von den knapp 5.000 kWh, die eine 10-kWp-Anlage mehr erzeugt als eine 5-kWp-Anlage, nutzt der Haushalt 243 kWh selbst; der Rest geht für 7,70 ct/kWh ins Netz. Selbst genutzter Strom spart dagegen den Bezugspreis, in unserem Modell 37,0 ct/kWh im ersten Jahr. Oberhalb von 10 kWp sinkt zudem der Vergütungssatz: Nach § 23c EEG bekommt nur der Leistungsanteil bis 10 kWp 7,70 ct, der Anteil darüber 6,66 ct — eine 15-kWp-Anlage kommt so im Mittel auf 7,35 ct/kWh (Tabelle).
Unser Modell setzt für jedes zusätzliche kWp über 5 kWp rund 1.100 bis 1.200 € an. Die Einspeisung holt das über 20 Jahre abgezinst nicht ganz herein; deshalb sinkt der Kapitalwert mit der Größe, sobald der Eigenverbrauch nicht mehr mitwächst.
Was die Rechnung nicht zeigt
- Wärmepumpe und E-Auto. Unser Lastprofil ist ein Haushalt ohne beides. Wer abends ein Auto lädt oder im Winter mit Strom heizt, nutzt mehr selbst — für ihn kann eine größere Anlage besser abschneiden. Beziffern können wir das mit unserem Modell nicht; höhere Verbräuche in der Tabelle verteilen sich wie bei einem normalen Haushalt über den Tag.
- Die Preisannahme. Ein echtes Angebot hat oft Fixkosten (Gerüst, Zählerschrank, Anfahrt), die bei einer größeren Anlage nicht mitwachsen. Ist der Aufpreis für zusätzliche kWp in deinem Angebot deutlich niedriger als 1.100 bis 1.200 €, verschiebt sich das Optimum nach oben. Rechne mit den Zahlen aus deinem Angebot nach.
- Kleinere Anlagen als 5 kWp haben wir hier nicht gerechnet. Dass 5 kWp bei 3.000 und 4.500 kWh vorn liegt, heißt nicht, dass es das absolute Optimum ist.
- Ein Standort, eine Ausrichtung. Kassel liegt bei der Einstrahlung zwischen Hamburg und München. In unserem Raster für alle drei Standorte (4.000 kWh, ohne Speicher) liegt 8 kWp überall vor 10 kWp, siehe Lohnt sich Photovoltaik 2026?. Ost-West-Dächer erzeugen weniger und verteilen die Erzeugung breiter über den Tag.
Und ab 2027?
Der Regierungsentwurf zur EEG-Novelle (BT-Drucksache 21/7867) sieht für Neuanlagen ab 2027 statt der festen Vergütung eine Übergangszahlung von 5,2 ct/kWh für höchstens 36 Monate vor, dazu eine Einspeisegrenze von 50 % der Anlagenleistung. Beides trifft vor allem den eingespeisten Strom — also genau den Teil, der bei einer größeren Anlage wächst. Das spricht dafür, eine Anlage ab 2027 eher noch enger am eigenen Verbrauch auszulegen; für die Fälle oben gerechnet haben wir das Szenario 2027 nicht. Beschlossen ist die Novelle nicht; den Stand verfolgen wir auf Reform 2027.
Deine eigene Rechnung
Der Voltaplan-Rechner rechnet deine Postleitzahl, deinen Verbrauch und deine Anlagengröße mit derselben stündlichen Simulation. Probiere zwei oder drei Größen aus und vergleiche den Kapitalwert — nicht nur die Amortisation. Alle Annahmen stehen auf der Methodik-Seite.
Quellen
- Voltaplan-Rechner, Abfragen vom 21.09.2026 (Kassel 34117, Süd 35°, Szenario 2026)
- voltaplan Methodik — Rechenmodell, Preis- und Kostenannahmen
- § 23c EEG (anteilige Berechnung), Sätze der Bundesnetzagentur ab 01.08.2026: Einspeisevergütung 2026
- BT-Drucksache 21/7867 (Regierungsentwurf EEG-Novelle): Reform 2027
- PVGIS — EU JRC — Strahlungsdaten