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Einspeisevergütung 2026 — die kompletten Sätze

Die Einspeisevergütung ist 2026 ein bewegliches Ziel. Halbjährliche Senkungen, neuer Solarspitzengesetz-Abzug seit 2025, geplante Reform 2027 — wer eine PV-Anlage plant, sollte die aktuellen Sätze kennen. Diese Seite zeigt alle Werte komplett, mit Quelle, Stand 04/2026.

Aktuelle EEG-Sätze ab 01.02.2026

AnlagengrößeTeileinspeisungVolleinspeisung
bis 10 kWp7,78 ct/kWh12,34 ct/kWh
10 kWp - 40 kWp6,73 ct/kWh10,35 ct/kWh
40 kWp - 100 kWp5,49 ct/kWh8,40 ct/kWh
100 kWp - 1 MWpAusschreibungAusschreibung

Wichtig: Die Vergütung gilt für 20 Jahre ab Inbetriebnahme. Wer 2026 anschließt, bekommt die 7,78 ct/kWh für die volle Laufzeit bis 2046.

Teileinspeisung vs. Volleinspeisung — was ist das?

Für 99 % der Privatanlagen ist Teileinspeisung wirtschaftlich richtig. Volleinspeisung lohnt sich nur in Ausnahmefällen, z.B. wenn das Dach für ein Mietshaus ohne eigenen Verbrauch genutzt wird.

Halbjährliche Degression — was passiert mit den Sätzen?

Die Sätze sinken automatisch alle 6 Monate um 1 % für Neuanlagen. Bestandsanlagen behalten ihre Sätze über 20 Jahre fest.

StichtagSatz bis 10 kWp Teileinspeisung
01.02.20267,78 ct/kWh (aktuell)
01.08.2026~7,70 ct/kWh (geschätzt)
01.02.2027abgeschafft (Reform)

Wer Anfang August 2026 in Betrieb geht, bekommt also leicht weniger als wer im April 2026 anschließt. Bei einer 5,3-kWp-Anlage mit ~1.800 kWh Einspeisung pro Jahr macht das 1,4 € pro Jahr aus — über 20 Jahre 28 €. Vernachlässigbar im Vergleich zur Reform-2027-Frage.

Solarspitzengesetz-Abzug seit 25.02.2025

Seit dem Solarspitzengesetz (§ 6 SolSpG) entfällt die EEG-Vergütung in Stunden mit negativen Strompreisen. Diese werden ans Ende der Förderperiode angehängt — du verlierst nicht den absoluten Anspruch, aber das Cashflow-Timing leidet.

Ungefähre Auswirkung pro Bundesland (Stand 2025):

BundeslandNegative Stunden 2025Verlust ~€/Jahr (5,3 kWp)
Bayern1785 €
NRW1624,50 €
Schleswig-Holstein2246,50 €
Mecklenburg-Vorpommern1985,80 €

Mehr Details: Solarspitzengesetz erklärt.

Reform 2027 — Sätze werden abgeschafft

Im EEG-Reform-Entwurf (Stand 04/2026, im Bundestags-Verfahren) ist vorgesehen: Ab 01.01.2027 gibt es keine garantierte Einspeisevergütung für Neuanlagen mehr. Stattdessen: Direktvermarktung über einen Aggregator zu Marktpreisen (~5,5 ct/kWh, schwankend).

Bestandsschutz: Anlagen, die bis 31.12.2026 angeschlossen werden, behalten ihre Sätze 20 Jahre.

Ausführliche Analyse: Reform Einspeisevergütung 2027.

Wie wird die Vergütung ausgezahlt?

  1. Inbetriebnahme beim Netzbetreiber anmelden (zwingend für Vergütung).
  2. Marktstammdatenregister-Eintrag bei der BNetzA (online, kostenlos, 5 Min).
  3. Steuerliche Behandlung: Für Privatanlagen bis 30 kWp seit 2023 keine Einkommensteuer auf Einspeise-Erlöse, kein Kleinunternehmer-Antrag nötig. Bei größeren Anlagen ggf. Steuerberater konsultieren.
  4. Monatliche/Jährliche Auszahlung vom Netzbetreiber, automatisch.

Wie viel verdienst du wirklich?

Konkretes Beispiel: 5,3 kWp Anlage, München, Süd-Dach 35°, Familie mit 4.500 kWh Verbrauch, 7,5 kWh Speicher. PVGIS-Daten:

Plus: Eigenverbrauchs-Ersparnis ~1.400 €/Jahr (vom Strompreis). Über 20 Jahre summiert (mit 3 % Inflation) auf ~37.000 €.

Eigenverbrauchs-Ersparnis schlägt Einspeise-Vergütung um Faktor ~10. Das ist der wichtigste Hebel — Speicher und smart-Verbrauchen lohnen sich daher viel mehr als Vergütungs-Optimierung.

Wann lohnt sich Volleinspeisung trotzdem?

In drei Sonderfällen kann Volleinspeisung sinnvoll sein:

  1. Großes Dach, kleiner Verbrauch — z.B. Bauernhof mit 50 kWp aber nur 5.000 kWh Verbrauch. Eigenverbrauchsanteil bliebe zu klein.
  2. Mietshaus ohne Mieterstrom-Modell — Eigentümer kann den Strom selbst nicht nutzen.
  3. Hochrenditeerwartung bei Marktpreisen 2027+ — sehr spekulativ, eher selten realistisch.

In allen anderen Fällen: Teileinspeisung mit hohem Eigenverbrauchsanteil maximiert die Wirtschaftlichkeit.

FAQ

Wann kommt die Vergütung auf mein Konto? Üblich monatlich oder vierteljährlich, je nach Netzbetreiber. Erste Auszahlung typisch 2-3 Monate nach Inbetriebnahme.

Werden bestehende Anlagen vom Reform 2027 betroffen? Nein. Wer 2026 in Betrieb geht, behält den Satz 20 Jahre.

Lohnt sich der Wechsel von Teil- auf Volleinspeisung? Nur in Sonderfällen (siehe oben). Ein Wechsel ist 1× pro Jahr möglich, aber kompliziert beim Netzbetreiber zu beantragen.

Was passiert nach 20 Jahren? Die EEG-Vergütung endet. Optionen: Direktvermarktung am Markt, Eigenverbrauch-only, oder Ablösung durch neuere Anlage.

Vertieft im Pillar-Artikel

Die Einspeisevergütung ist nur eine Stellschraube der Gesamt-Wirtschaftlichkeit. Im Pillar-Artikel Lohnt sich Photovoltaik 2026? ist erklärt, wie sie mit Eigenverbrauch, Speicher und Reform 2027 zusammenwirkt.

Quellen