Berlin ist Stand August 2026 das einzige Bundesland, das noch einen echten Landes-Zuschuss für Photovoltaik mit Speicher zahlt. Das Programm SolarPLUS ist zum 8. Januar 2026 neu gestartet, deutlich vereinfacht worden und arbeitet jetzt mit Pauschalen statt komplizierter Einzelnachweise. Für 2026 stehen 13 Mio. € bereit. Bei rund 1.090 kWh/(m²·Jahr) ist die Einstrahlung durchschnittlich — der hohe großstädtische Strompreis macht den Eigenverbrauch trotzdem attraktiv.
Solarstrahlung in Berlin
Die Solarstrahlung in Deutschland reicht von rund 1.020 kWh/(m²·Jahr) im Norden bis 1.230 kWh/(m²·Jahr) im Süden. Berlin liegt mit 1090 kWh/(m²·Jahr) etwa bei 33 % der bundesweiten Spanne. Eine südausgerichtete 5-kWp-Anlage mit 35° Neigung erzeugt hier rund 4.633 kWh/Jahr nutzbaren Solarstrom (Performance-Ratio 0,85, vor Verschattung).
Drei Anlagengrößen — die Eckdaten
Typische Größen für Berlin, Cashflow im ersten Jahr (Eigenverbrauch 35 %, Strompreis 35 ct/kWh, Einspeisung 7,78 ct/kWh — Satz H1/2026, seit 01.08.2026: 7,70 ct/kWh).
- 5 kWp — kleine Anlage (Einfamilienhaus, 4 Personen): ca. 4.633 kWh/Jahr Ertrag, rund 799 € jährlicher Cashflow im 1. Jahr
- 10 kWp — mittlere Anlage (EFH mit E-Auto + Wärmepumpe): ca. 9.265 kWh/Jahr Ertrag, rund 1.599 € jährlicher Cashflow im 1. Jahr
- 15 kWp — Maximaldach (großes EFH mit hohem Verbrauch): ca. 13.898 kWh/Jahr Ertrag, rund 2.398 € jährlicher Cashflow im 1. Jahr
Hinweis: Bundesland-Mittelwerte. Für PLZ-genaue Zahlen nutze den voltaplan-Rechner — er zieht PVGIS-Daten direkt für deine Adresse, mit Dachausrichtung, Verschattung und Speicher-Option.
Förderprogramme in Berlin
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Pauschale von bis zu 4.750 €, gestaffelt nach der Leistung der PV-Anlage in kWp. Der Speicher muss zusammen mit einer neuen PV-Anlage installiert werden. Antragsberechtigt sind natürliche Personen und Wohnungseigentümergemeinschaften als Eigentümer:innen selbst genutzter oder vermieteter Ein-, Zwei- oder Reihenhäuser sowie Wohnungseigentümer in Mehrfamilienhäusern mit nachgewiesenem Recht an der Dachfläche.
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Pauschal 750,00 € für die Erneuerung des Zählerschranks, sofern die förderfähigen Kosten mindestens 1.160,00 € betragen. In Berliner Altbauten ist das häufig die versteckte Zusatzinvestition, an der eine PV-Installation sonst scheitert.
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Bis zu 5.700,00 €, gestaffelt nach Anlagenleistung, für Anlagen mit erhöhtem Aufwand aus Denkmalschutzgründen. Voraussetzung ist die Genehmigung der Unteren Denkmalschutzbehörde.
- Pflicht Solargesetz Berlin — PV-Pflicht
Bei Neubauten und wesentlichen Dachumbauten ist eine Photovoltaik-Anlage vorgeschrieben. Keine Förderung, aber planungsrelevant — die Pflicht lässt sich mit SolarPLUS und dem Nullsteuersatz kombinieren.
Anlaufstelle: IBB Business Team (SolarPLUS) — hier stehen die aktuell gültigen Konditionen, Antragsformulare und Fristen. Förderprogramme der Länder ändern sich häufig (oft halbjährlich), daher ist der Direktlink wichtiger als jede statische Tabelle.
Beispielstädte & Netzbetreiber in Berlin
Beispielregionen für lokale PV-Vorhaben: Berlin-Mitte , Charlottenburg-Wilmersdorf , Pankow . Die Anmeldung von Anlage und Speicher läuft immer über den örtlichen Verteilnetzbetreiber.
- Stromnetz Berlin GmbH — gesamtes Stadtgebiet Berlin
Häufige Fragen zur PV-Förderung in Berlin
Wie viel Förderung gibt es 2026 in Berlin für PV mit Speicher?
Über SolarPLUS S bis zu 4.750 € als Pauschale für eine PV-Anlage mit Batteriespeicher, gestaffelt nach Anlagenleistung. Dazu kommen 750 € pauschal für die Ertüchtigung des Zählerschranks und bis zu 5.700 € für denkmalgerechte Anlagen. Berlin ist damit Stand 08/2026 das einzige Bundesland mit einem offenen Landes-Zuschuss für Speicher — alle anderen Programme sind ausgelaufen.
Wer kann SolarPLUS beantragen?
Natürliche Personen und Wohnungseigentümergemeinschaften, die Eigentümer:innen oder sonstige Verfügungsberechtigte von selbst genutzten oder vermieteten Ein-, Zwei- oder Reihenhäusern sind. Auch Wohnungseigentümer in Mehrfamilienhäusern können beantragen, wenn sie ein nachgewiesenes Recht an der Dachfläche haben; Bevollmächtigte wie Hausverwaltungen dürfen den Antrag stellen. Ausgeschlossen sind Antragsteller mit laufendem oder eingeleitetem Insolvenzverfahren.
Wann muss der Antrag gestellt werden?
Vor dem Vorhabenbeginn. Für die aktuelle Förderperiode gilt zusätzlich, dass das Vorhaben nicht vor dem 02.01.2026 begonnen haben darf. Wer erst bestellt und montieren lässt und dann den Antrag stellt, bekommt nichts. Die Antragstellung läuft elektronisch beim IBB Business Team: Angebote, Leistungsverzeichnis, gegebenenfalls die Denkmalschutzgenehmigung, Ausweiskopie und Bankverbindung als PDF (je maximal 10 MB).
Was hat sich beim Neustart von SolarPLUS im Januar 2026 geändert?
Das Programm wurde zum 08.01.2026 vereinfacht und neu strukturiert: SolarPLUS S bündelt die Förderung für Ein- und Zweifamilienhäuser in Pauschalen statt in aufwändigen Einzelnachweisen, die Antragstellung wurde verschlankt und die Bearbeitung beschleunigt. Für 2026 hat das Land 13 Mio. € bereitgestellt. Den früheren separaten EnergiespeicherPLUS-Zuschuss gibt es in dieser Form nicht mehr — Speicher werden jetzt integriert mit der Anlage gefördert. Ersatzlos weggefallen ist außerdem das frühere Modul E für Steckersolargeräte: Das IBB Business Team führt es nur noch „ausschließlich zur Bearbeitung bestehender Anträge“, Neuanträge sind nicht mehr möglich. Die Modul-E-Richtlinie galt bis zum 31.12.2025, die neue SolarPLUS-Richtlinie ab dem 02.01.2026 kennt das Modul nicht mehr. Wer in Berlin ein Balkonkraftwerk plant, bekommt dafür also seit 2026 keinen Landeszuschuss mehr.
Lohnt sich Photovoltaik in Berlin?
Ja, vor allem über den Eigenverbrauch. Mit rund 1.090 kWh/(m²·Jahr) ist die Einstrahlung durchschnittlich; eine 10-kWp-Südanlage erzeugt etwa 9.300 kWh im Jahr. Der Landeszuschuss verkürzt die Amortisation zusätzlich um typischerweise ein bis zwei Jahre. Da in Berlin viele Dächer verschattet oder denkmalgeschützt sind, lohnt die PLZ-genaue Rechnung besonders — der voltaplan-Rechner berücksichtigt Ausrichtung, Neigung und Verschattung mit echten PVGIS-Daten.
An welchen Netzbetreiber melde ich meine Anlage in Berlin an?
Im gesamten Stadtgebiet ist Stromnetz Berlin der zuständige Verteilnetzbetreiber. Dort werden PV-Anlage und Speicher angemeldet — unabhängig davon, von welchem Anbieter du deinen Strom beziehst. Die Anmeldung ist zusätzlich zum Förderantrag erforderlich und ersetzt ihn nicht.
Bundesweite Basis
Reform 2027 — was das für Berlin ändert
Die geplante Reform 2027 würde die Einspeisevergütung für Neuanlagen ab 2027 abschaffen und durch verpflichtende Direktvermarktung ersetzen. Für Berlin wirkt sich das stärker aus, weil die Vergütung an mittleren Standorten relativ größeren Anteil am ROI hat. Wer 2026 noch baut, sichert sich die volle 20-Jahre-EEG-Vergütung.
Weiterlesen
- Lohnt sich Photovoltaik 2026? — der große Überblick mit Reform-2027-Faktor und Speicher-Modell.
- Lohnt sich ein PV-Speicher? — besonders relevant in Berlin wegen des Eigenverbrauch-Hebels.
- Einspeisevergütung 2026 — die vollständige Tabelle .
Weitere Quellen
- IBB Business Team (SolarPLUS) — PV-Förderung
- Förderdatenbank des Bundes (BAFA + Länder)
- voltaplan Methodik — wie wir rechnen
Stand 08/2026. Förderkonditionen ändern sich häufig. Vor Antragstellung die Konditionen direkt bei der Förderbank prüfen — Werte hier sind Orientierungspunkte, keine rechtsverbindliche Auskunft.
Förderung in angrenzenden Bundesländern
Wenn du an der Landesgrenze wohnst oder ein Vergleichsbundesland heranziehen willst — diese Nachbarn von Berlin kombinieren ähnliche Strahlungs- und Förderbedingungen:
- Brandenburg — 1100 kWh/(m²·Jahr), Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB)
Vollständige Übersicht aller 16 Bundesländer: /foerderung.