Sachsen hat seine private PV-Förderung 2026 spürbar zurückgefahren, und die im Netz kursierenden Angaben hinken dem hinterher. Der bekannte 300-Euro-Zuschuss für Balkonkraftwerke ist zum 30. Juni 2026 ausgelaufen; der SAB Sachsenkredit „Energie und Speicher“ setzt erst bei Anlagen über 30 kWp an und ist für ein normales Eigenheim damit nicht zugänglich. Für private Dächer in Sachsen bleiben deshalb der Nullsteuersatz, die KfW 270 und einzelne kommunale Programme — bei rund 1.100 kWh/(m²·Jahr) Einstrahlung.
Solarstrahlung in Sachsen
Die Solarstrahlung in Deutschland reicht von rund 1.020 kWh/(m²·Jahr) im Norden bis 1.230 kWh/(m²·Jahr) im Süden. Sachsen liegt mit 1100 kWh/(m²·Jahr) etwa bei 38 % der bundesweiten Spanne. Eine südausgerichtete 5-kWp-Anlage mit 35° Neigung erzeugt hier rund 4.675 kWh/Jahr nutzbaren Solarstrom (Performance-Ratio 0,85, vor Verschattung).
Drei Anlagengrößen — die Eckdaten
Typische Größen für Sachsen, Cashflow im ersten Jahr (Eigenverbrauch 35 %, Strompreis 35 ct/kWh, Einspeisung 7,78 ct/kWh — Satz H1/2026, seit 01.08.2026: 7,70 ct/kWh).
- 5 kWp — kleine Anlage (Einfamilienhaus, 4 Personen): ca. 4.675 kWh/Jahr Ertrag, rund 807 € jährlicher Cashflow im 1. Jahr
- 10 kWp — mittlere Anlage (EFH mit E-Auto + Wärmepumpe): ca. 9.350 kWh/Jahr Ertrag, rund 1.613 € jährlicher Cashflow im 1. Jahr
- 15 kWp — Maximaldach (großes EFH mit hohem Verbrauch): ca. 14.025 kWh/Jahr Ertrag, rund 2.420 € jährlicher Cashflow im 1. Jahr
Hinweis: Bundesland-Mittelwerte. Für PLZ-genaue Zahlen nutze den voltaplan-Rechner — er zieht PVGIS-Daten direkt für deine Adresse, mit Dachausrichtung, Verschattung und Speicher-Option.
Förderprogramme in Sachsen
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Bis zum 30.06.2026 zahlte der Freistaat einen einmaligen Festbetrag von 300 € für steckerfertige PV-Anlagen (mindestens 300 Wp Modulleistung, maximal 800 W Wechselrichter-Ausgangsleistung) an Privatpersonen mit Erstwohnsitz in Sachsen. Programmteil B der Förderrichtlinie ist am 30. Juni 2026 planmäßig außer Kraft getreten — seit dem 01.07.2026 ist keine Antragstellung mehr möglich. Das Kontingent für Eigentümerinnen und Eigentümer war bereits seit dem 06.11.2023 erschöpft; im Mieter-Kontingent standen zum Programmende noch 578.700 € für rechnerisch 1.929 Bewilligungen zur Verfügung, die nicht mehr abgerufen werden konnten. Bilanz des Programms: rund 16.600 geförderte Balkonkraftwerke, über 5 Mio. € ausgezahlte Fördermittel.
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Investitionsdarlehen von mindestens 35.000 € bis maximal 5.000.000 € mit Tilgungszuschuss: bis zu 20 % der förderfähigen Ausgaben für Speicher, bis zu 10 % für die übrigen Maßnahmen, gedeckelt auf 50.000 € pro Kalenderjahr und Antragsteller. Laufzeit 5 bis 20 Jahre mit bis zu zwei tilgungsfreien Anlaufjahren. Antragsberechtigt sind ausdrücklich auch natürliche Personen und Wohnungseigentümergemeinschaften — der Antrag läuft für Private über die Hausbank. Entscheidende Einschränkung: Förderfähig sind PV-Anlagen, deren Bruttoleistung nach Umsetzung MEHR als 30 kW peak bis einschließlich 1 MWp beträgt. Eine typische Eigenheimanlage mit 10 kWp fällt damit heraus, ebenso jedes Vorhaben unterhalb der Mindestdarlehenssumme von 35.000 €. Zudem ist eine Kombination mit der EEG-Vergütung für dieselbe Anlage ausgeschlossen.
- Steuervorteil 0 % Mehrwertsteuer + KfW 270 (bundesweit)
Für private Dächer in Sachsen ist das 2026 der wesentliche Hebel: Der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG gilt unbefristet für Anlage und Speicher auf oder in der Nähe von Wohngebäuden — ohne Antrag, ohne Budgetdeckel und damit ohne das Risiko ausgeschöpfter Kontingente. Der KfW-Kredit 270 finanziert Anlage und Speicher ohne die 30-kWp-Untergrenze des Sachsenkredits und ist für Eigenheime deshalb meist der einzige praktikable Förderkredit.
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Nach dem Wegfall der Landesförderung ist die kommunale Ebene die einzige verbliebene Zuschussquelle in Sachsen. Einzelne Städte und Gemeinden bezuschussen PV, Speicher oder Steckersolargeräte aus eigenen Klimabudgets. Die Budgets sind klein, die Bedingungen unterscheiden sich je Kommune, und die Mittel sind häufig im laufenden Jahr erschöpft — vor der Bestellung direkt bei der Stadt oder Gemeinde nachfragen.
Anlaufstelle: Sächsische Aufbaubank (SAB) — hier stehen die aktuell gültigen Konditionen, Antragsformulare und Fristen. Förderprogramme der Länder ändern sich häufig (oft halbjährlich), daher ist der Direktlink wichtiger als jede statische Tabelle.
Beispielstädte & Netzbetreiber in Sachsen
Beispielregionen für lokale PV-Vorhaben: Leipzig , Dresden , Chemnitz . Die Anmeldung von Anlage und Speicher läuft immer über den örtlichen Verteilnetzbetreiber.
- MITNETZ STROM (Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH) — weite Teile Sachsens, unter anderem im Raum Chemnitz
- SachsenNetze GmbH — Dresden und Teile Ostsachsens
- Netz Leipzig GmbH — Stadtgebiet Leipzig
Häufige Fragen zur PV-Förderung in Sachsen
Gibt es 2026 noch den 300-Euro-Zuschuss für Balkonkraftwerke in Sachsen?
Nein. Programmteil B der Förderrichtlinie, über den der Freistaat Sachsen steckerfertige PV-Anlagen mit einem Festbetrag von 300 € bezuschusst hat, ist am 30. Juni 2026 planmäßig außer Kraft getreten. Seit dem 1. Juli 2026 ist keine Antragstellung mehr möglich — auch nicht für Mieterinnen und Mieter, obwohl in deren Kontingent zum Programmende rechnerisch noch 578.700 € für 1.929 Bewilligungen vorhanden waren. Das Eigentümer-Kontingent war schon seit dem 6. November 2023 ausgeschöpft. Viele Vergleichsportale führen den Zuschuss weiterhin als offene Förderung; das ist seit Juli 2026 nicht mehr zutreffend. Insgesamt hat Sachsen rund 16.600 Balkonkraftwerke mit über 5 Mio. € gefördert.
Kann ich den SAB Sachsenkredit für meine Eigenheimanlage nutzen?
In aller Regel nicht. Der SAB Sachsenkredit „Energie und Speicher“ fördert Photovoltaikanlagen erst ab einer Bruttoleistung von mehr als 30 kW peak bis einschließlich 1 MWp. Eine übliche Einfamilienhaus-Anlage mit 8 bis 15 kWp liegt darunter und ist damit nicht förderfähig. Hinzu kommt die Mindestdarlehenssumme von 35.000 €. Antragsberechtigt sind zwar ausdrücklich auch natürliche Personen und Wohnungseigentümergemeinschaften — praktisch erreichbar ist das Programm für Private aber erst bei großen Dachflächen, etwa auf Mehrfamilienhäusern oder landwirtschaftlichen Gebäuden. Für diese Fälle ist es attraktiv: bis zu 20 % Tilgungszuschuss auf den Speicher. Zu beachten ist, dass eine EEG-Vergütung für dieselbe Anlage dann ausgeschlossen ist.
Welche PV-Förderung bleibt Privatleuten in Sachsen 2026?
Auf Landesebene für ein normales Eigenheim: keine. Der Balkonkraftwerk-Zuschuss ist ausgelaufen, der Sachsenkredit greift erst über 30 kWp. Was bleibt, wirkt bundesweit und ist in der Summe deutlich mehr wert als die früheren Landeszuschüsse: der Nullsteuersatz von 0 % Umsatzsteuer auf Anlage und Speicher, der bei einer 10-kWp-Anlage schnell einen vierstelligen Betrag ausmacht, sowie der KfW-Kredit 270. Dazu kommen kommunale Programme einzelner Städte und Gemeinden, die man vor der Bestellung direkt erfragen sollte.
Lohnt sich Photovoltaik in Sachsen?
Sachsen liegt mit rund 1.100 kWh/(m²·Jahr) knapp unter dem Bundesschnitt; eine 10-kWp-Südanlage erzeugt hier etwa 9.350 kWh im Jahr. Über die Rendite entscheidet aber nicht der Standort, sondern der Eigenverbrauch: Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom für rund 35 ct, während die Einspeisung bei Teileinspeisung seit dem 1. August 2026 nur 7,70 ct/kWh bringt. Der Wegfall der Landesförderung ändert daran wenig — er verschiebt die Wirtschaftlichkeit um einen kleinen Prozentsatz, nicht um Größenordnungen. Die PLZ-genaue Rechnung für Dresden, Leipzig oder Chemnitz liefert der voltaplan-Rechner mit echten PVGIS-Ertragsdaten.
An welchen Netzbetreiber melde ich meine Anlage in Sachsen an?
Das hängt vom Standort ab: In weiten Teilen Sachsens ist MITNETZ STROM zuständig, in Dresden und Teilen Ostsachsens die SachsenNetze GmbH, im Stadtgebiet Leipzig die Netz Leipzig GmbH. In Städten mit eigenen Stadtwerken gelten abweichende Zuständigkeiten. Die Anmeldung von PV-Anlage und Speicher erfolgt immer beim örtlichen Verteilnetzbetreiber und ist unabhängig davon, bei wem du deinen Strom kaufst. Zusätzlich ist die Anlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur zu registrieren.
Ich habe mein Balkonkraftwerk vor Juli 2026 gekauft — kann ich noch Geld bekommen?
Nein, wenn der Antrag nicht rechtzeitig gestellt wurde. Der Zuschuss war so ausgestaltet, dass der Antrag nach Kauf und erfolgreicher Inbetriebnahme digital über das SAB-Förderportal gestellt werden musste. Mit dem Außerkrafttreten von Programmteil B zum 30. Juni 2026 ist dieser Weg geschlossen; das Kaufdatum allein begründet keinen nachträglichen Anspruch. Wirtschaftlich ist das verkraftbar: Ein Steckersolargerät amortisiert sich bei üblichen Preisen auch ohne Zuschuss meist in wenigen Jahren, weil es den teuren Netzstrom direkt ersetzt.
Bundesweite Basis
Reform 2027 — was das für Sachsen ändert
Die geplante Reform 2027 würde die Einspeisevergütung für Neuanlagen ab 2027 abschaffen und durch verpflichtende Direktvermarktung ersetzen. Für Sachsen wirkt sich das stärker aus, weil die Vergütung an mittleren Standorten relativ größeren Anteil am ROI hat. Wer 2026 noch baut, sichert sich die volle 20-Jahre-EEG-Vergütung.
Weiterlesen
- Lohnt sich Photovoltaik 2026? — der große Überblick mit Reform-2027-Faktor und Speicher-Modell.
- Lohnt sich ein PV-Speicher? — besonders relevant in Sachsen wegen des Eigenverbrauch-Hebels.
- Einspeisevergütung 2026 — die vollständige Tabelle .
Weitere Quellen
- Sächsische Aufbaubank (SAB) — PV-Förderung
- Förderdatenbank des Bundes (BAFA + Länder)
- voltaplan Methodik — wie wir rechnen
Stand 08/2026. Förderkonditionen ändern sich häufig. Vor Antragstellung die Konditionen direkt bei der Förderbank prüfen — Werte hier sind Orientierungspunkte, keine rechtsverbindliche Auskunft.
Förderung in angrenzenden Bundesländern
Wenn du an der Landesgrenze wohnst oder ein Vergleichsbundesland heranziehen willst — diese Nachbarn von Sachsen kombinieren ähnliche Strahlungs- und Förderbedingungen:
- Brandenburg — 1100 kWh/(m²·Jahr), Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB)
- Sachsen-Anhalt — 1090 kWh/(m²·Jahr), Investitionsbank Sachsen-Anhalt
- Thüringen — 1100 kWh/(m²·Jahr), Thüringer Aufbaubank (TAB)
- Bayern — 1230 kWh/(m²·Jahr), BayernLabo / LfA Förderbank
Vollständige Übersicht aller 16 Bundesländer: /foerderung.